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11 décembre 2018 /
Articles de presse
SozialAktuell: Zwischen Asyl- und Kinderrecht
Mineurs non accompagnés

Entwicklungen in der Betreuung von unbegleiteten Minderjährigen in der Schweiz
 

Nach dem Anstieg der Anzahl unbegleiteter Minderjähriger in der Schweiz 2015 kam es zu ersten Schritten Richtung Professionalisierung und Harmonisierung ihrer Betreuung. Noch gibt es viel zu tun: Weiterhin werden sie primär als Asylsuchende und nicht als Kinder behandelt.

Die Zahl der Minderjährigen, die ohne Begleitung ihrer Eltern (mineur-e-s non-accompagné-e-s, MNA) in die Schweiz einreisen, unterliegt starken Schwankungen. Nachdem 2015 und 2016 die Anzahl neuankommender MNA in Europa stark angestiegen ist, sind seit 2017 wieder weniger Einreisen zu verzeichnen. Dies steht in starkem Zusammenhang mit der europäischen Migrationspolitik, wie der Schliessung der Balkanroute und der verstärkten Abschottung der europäischen Aussengrenzen. Weltweit sind Kinder und Jugendliche weiterhin in grosser Zahl unterwegs, jedoch halten sie sich vermehrt in anderen Ländern als der Schweiz auf – wo sie oft weitaus weniger Schutz geniessen.

Das Staatssekretariat für Migration hat 2015 alle Kantone aufgefordert, kindsgerechte Unterbringungsstrukturen für MNA aufzubauen. Manche Kantone verfügten bereits über spezialisierte Zentren, andere mussten ganz von vorne beginnen. Es sind seither verschiedenste Unterkunftsformen entstanden, seien es grosse MNA-Zentre mit bis zu 240 Plätzen, kleine betreute Wohngruppen, Platzierungen in Pflegefamilien oder in bestehenden Kinderund Jugendheimen.

Seit dem Rückgang der MNA-Zahlen findet ein Abbau dieser Unterbringungsstrukturen statt. Manche Unterkünfte werden ganz aufgelöst, die MNA werden in kleineren Wohneinheiten betreut oder müssen in Kollektivunterkünfte für Erwachsene wechseln. Andernorts werden MNA-Zentren in spezialisierte Unterkünfte zur Nachbetreuung von ehemaligen MNA umfunktioniert. Denn
viele der MNA, die in den letzten Jahren in die Schweiz kamen, sind eben volljährig geworden. Sie übertreffen die Zahl der MNA inzwischen – entsprechend haben sich die Bedürfnisse hin zur Begleitung dieser Gruppe in die Selbständigkeit verschoben.

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Text: Georgiana Ursprung und Patricia Koch

Bilder Schwerpunkt: Luc-François Georgi